Leserbrief zu „Hängeseilbrücke: Baustart noch in diesem Jahr“.

Die VG Bad Ems Nassau hat die Krisen unserer Zeit, ins besonders die Klimakrise, noch nicht verstanden. Sonst würde sie sich in der Mehrheit nicht für eine völlig überflüssige und zudem schädliche Hängebrücke einsetzen, nur um Fördermittel zu verbrennen. Mit dem Eingriff wird, um einen Einschnitt von 5m Höhe zu überwinden (die Geyerleybrücke immerhin 100 m), ein intakter Eichentrockenwald beseitigt, denn zusätzlich zum Abholzen für die Brücke werden auch Zuwegungen erforderlich werden. Die eigentliche Attraktion für aktive, naturverbundene Wanderer (so wie ich sie kenne und dort auch befragt habe) – ein Felsensteig an der Lahn – geht verloren. Ein paar Kilometer Lahn-aufwärts wurde wegen der Radfahrerbrücken aus touristischen Gründen bereits heftig in die Natur eingegriffen. Und an der Ahr wurde durch ein Unwetter letztes Jahr viele Brücken zerstört. Wenn der VG-Rat wirkliches etwas hilfreiches tun will, leitet er das Projekt samt Fördermittel dorthin an die Ahr um, dort werden dringend Brücken benötigt, die Planer sind ja bereits vor Ort. Auch der EU wird es auf Dauer und angesichts der derzeitigen Krisen nicht guttun, wenn ihre knappen Mittel in solch überflüssigen Projekten enden. Der Ortsbürgermeister von Obernhof sollte genug damit zu tun haben, überhaupt Gastraum zu etablieren. Wir mussten wegen fehlender Einkehrmöglichkeiten auf Wanderungen bereits ungestärkt weiterziehen.

 

Rhein-Lahn-Zeitung Seite 11 NR 232, 6. Oktober 2022



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